Von Christel, Eintracht Braunschweig und Bier

Am vergangenen Wochenende lief bei „Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs“ ein bemerkenswerter Beitrag über die Braunschweigerin Christel Neumann. Christel ist 69 Jahre alt und Eintracht Braunschweig-Fan seit Ewigkeiten. Von der Deutschen Meisterschaft 1967 über die bitteren Regionalligajahre bis zum Bundesliga-Aufstieg 2013 – Christel war immer dabei. Unbedingt den Clip anschauen!

Dieser Beitrag hat mich an meine Treffen mit Christel erinnert, denn auch ich hatte das Vergnügen, diese kleine großartige Person kennenzulernen. Zwei Mal haben wir uns bislang bei Drehs in Braunschweig getroffen. Das erste Mal, vor dem Start der Bundesliga-Saison 13/14, haben wir ein Interview mit ihr gemacht. Ich bekam im Vorwege nur die Info, dass Christel in Braunschweig eine Fan-Institution sei, jeder sie kennt, wir unbedingt ein paar Aufnahmen und ein paar sogenannte „O-Töne“ mit ihr machen müssten. Während des Gesprächs erlebte ich dann, warum sie so ein besonderer Mensch ist.

Sie erzählte von ihrer Freude über den Aufstieg; von ihren Hoffnungen; von den dunklen Zeiten in der Regionalliga; von ihrer liebenswerten Arbeit in der Fan-Betreuung, z.B. wie sie für die finanziell angeschlagene Familie eines jungen Braunschweig-Fans Geld einsammelte, damit diese sich überhaupt einen Grabstein für den verstorbenen Vater leisten konnten; von der Geschichte, als ihr Auto kaputt ging und die Fans zusammenlegten, um ihr einen neuen zu kaufen; von den Erlebnissen mit den Fans… All das erzählte sie auf eine Art und Weise, dass ich mich schon arg zusammen reißen musste, sie nicht mitten im Interview zu knuddeln.

DIE SACHE MIT DEM BIER

Ein paar Wochen später trafen wir uns wieder. Wir drehten diesmal ein Fan-Video, das in dieser Saison immer vor den Heimspielen von Eintracht Braunschweig auf der Videowall im Stadion läuft. Christel war bei dem Dreh – logisch – mit von der Partie.

Vor Drehbeginn schnackten wir ein bisschen. Voller Stolz erzählte sie mir von ihren aktuellen Fanprojekten. Sie käme auch gerade von Wolters, der hiesigen Brauerei dort. Zum Bundesligastart würde es quasi eine „Special Dosenbier-Edition“ geben und sie hätte gerade ein paar Muster abgeholt. Dann ging sie plötzlich weg – und brachte mir aus ihrem Auto zwei Dosen Bier mit: „Hier, schenk’ ich dir!“ Ich weiß nicht mehr, ob es nur Musterdrucke waren oder die ersten Dosen, die mit diesem Sondermotiv entstanden. Es gab sie jedenfalls noch nicht offiziell. Vielleicht hätte ich sie gar nicht kriegen dürfen.

Ich dachte mir damals: Prima, die trinke ich mal gemütlich, wenn ich ein Bundesliga-Spiel im TV gucke, HSV gegen Braunschweig wäre ja ganz passend.

Ich habe das Bier nie aufgemacht. Denn irgendwie stehen diese zwei Dosen auch ein bisschen symbolisch für diese vielen kleinen, netten Geschichten, die ich am Rande von den Drehs immer erleben darf. Sie stehen heute noch in meinem Kühlschrank.

Braunschweig Bierdosen

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