Nervöse Idee

Wer schon mal mit mir zusammen Fußball geguckt hat, weiß, dass es mitunter schwierig mit mir ist. Mein Problem: Ich bin nervös. Also nicht irgendwie leicht hippelig oder angespannt – nein, richtig megasuperdollheftighypermäßig nervös. Ich bin dann zickig, mir geht es schon mal kotzübel und bin bei engen Spielen kaum ansprechbar.

High Five Hamburg_Titel

Die Nervosität betrifft dabei ausschließlich Spiele der deutschen Fußball-Nationalelf bei Europa- und Weltmeisterschaften. Ich kann es – warum auch immer – einfach nicht abstellen. Meine Vermutung: Ich hatte bei den letzten Titelgewinnen wirklich fantastische Erlebnisse  bei den Feiern in Hamburg (Weltmeisterschaft 1990) und Köln (Europameisterschaft 1996). Die Bilder von damals, die ich leider nur im Kopf abspeichern konnte, sind wirklich irre. Kurz gesagt: Ich möchte das unbedingt noch einmal erleben. Vielleicht eine Art von „Jungmacher“.

NEULICH BEIM ACHTELFINALE

Beispiel: Das Achtelfinale zwischen Deutschland und Algerien sah ich mit Freunden in der Hamburger „Schanze“. Die Leistung der deutschen Elf war ja eine mittlere bis heftige Katastrophe. Das Spiel nervte mich, die Spieler mit ihren Fehlpässen nervten mich und die Sprüche der Leute in der Kneipe am Nebentisch nervten mich erst recht. Nach 25 Minuten war Schluss. Also für mich. Ich verließ die Kneipe und fuhr mit dem Auto Richtung Zuhause. Auf dem Weg stellte ich mich dann auf einen dunklen, leeren Aldi-Parkplatz und machte alles aus: Radio, Auto – Ruhe. Lediglich alle 15 Minuten schaute ich auf Twitter nach dem aktuellen Spielstand. Ansonsten bekam ich nichts vom Spiel mit und versuchte, meinen Puls unter Kontrolle zu kriegen. Ging ganz gut. Erst als es 2:0 stand, fuhr ich die restlichen paar Kilometer nach Hause. Den Anschlusstreffer zum 2:1 habe ich gar nicht mitbekommen. Zum Glück.

Am Freitag, den 6. Juli, stand dann das Viertelfinale gegen Frankreich an. Das Spiel wollte ich natürlich schon gerne sehen, musste mich aber mit irgendetwas ablenken, das war klar. Und so entstand halt zunächst die Idee und anschließend das Video zu „High Five Hamburg“.

Mit einer GoPro auf der Stirn habe ich zwei Stunden vor dem Anpfiff, während des Spiels und rund zwei Stunden nach Abpfiff der Partie an diversen Locations Hamburgs gedreht. Dabei habe ich rund 400 High-Fives aufgenommen und exakt 94 davon sind in dem Video zu sehen.

In diesem Sinne: Auf ein großartiges und hoffentlich erfolgreiches Finale. Bittebittebittebitte…